MAKE AMERICA SCHRAEG AGAIN!

1. März 202220 Uhr

MAKE AMERICA SCHRAEG AGAIN!

Martin Zingsheim meets E-MEX #4

WDR-Funkhaus Köln

Wallrafplatz 5, 50667 Köln

Eintritt: 7,50 €

 

Das Konzert wird am 9. März 2022 um 20:04 Uhr bei WDR 3 Konzert ausgestrahlt.

Anschließend 30 Tage nachzuhören im —> WDR 3 KONZERTPLAYER

 

Make America SCHRAEG again!

Amerika ist oder war nicht nur das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, sondern auch Heimstätte aller Arten von Außenseitern und "Verrückten" – Mavericks eben, wie man sie in Amerika nennt. Wir haben sechs Komponistinnen und Komponisten ausgewählt, die auf je unterschiedliche Art "Spinner" waren oder sind.

"Mein lieber Herr Koussvitzky", schrieb Florence Price an den legendären russischen Dirigenten, "ich habe zwei Probleme: Ich bin eine Frau und ich habe schwarzes Blut in meinen Adern". Ihre Sinfonie e-Moll war das erste Werk einer schwarzen Komponistin, das von einem amerikanischen Eliteorchester, nämlich dem Chicago Symphony Orchestra, aufgeführt wurde.

Von Ruth Crawford – der sicherlich bedeutendsten Komponistin der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – erklingen nicht nur Lieder nach Texten des sozialkritischen Dichters Carl Sandburg, sondern auch das raue Klavierlied "Sacco, Vanzetti", welches einen kontroversen Kriminalfall der damaligen Zeit thematisiert.

Ben Johnston hat einen großen Teil seiner schöpferischen Energie der Erkundung der Just Intonation gewidmet. Sein 4. Streichquartett ist eine ausführliche, wahrhaft "schräge" und dabei wunderbar kurzweilige Paraphrase über Amazing Grace.

Nun gehört Mexiko ja auch irgendwie zu Amerika. Hilda Paredes ist die wohl bedeutendste Komponistin ihres Landes. E-MEX hat bereits persönlich mit ihr gearbeitet. Ihr Ensemblewerk "Homenaje a Remedios Varo" ist eine Huldigung an die spanische surrealistische Malerin Remedios Varo, die der große Regisseur Luis Buñuel auf eine künstlerische Stufe mit Max Ernst stellte.

Die junge amerikanische Komponistin und Installationskünstlerin Sky Macklay macht in ihrem Werk "Exponential" die Wirkungsweise exponentieller Wachstumsprozesse körperlich direkt spürbar.

Und am Schluss gibt’s noch etwas von Moondog – dem obdachlosen blinden Maverick in Wikingerkluft –, der sich in Manhattan immer an der Ecke der 54. Straße aufhielt und über den Bernstein sagte: "dieses seltsame Genie, das da unten an der Ecke steht".

Weitere Informationen —> WDR 3

Programm

Florence Price (1887–1953)

  • Juba Dance aus der 1. Sinfonie e-moll (1932)
    bearbeitet für Kammerensemble von C. M. Wagner
  • Songs to the Dark Virgin (1941)
    für Klavier und Stimme

 

Ruth Crawford-Seeger (1901–1953)

  • Sacco, Vanzetti (1932) aus Two Ricercari
    für Stimme und Klavier
  • Aus: Drei Lieder zu Gedichten von Carl Sandburg (1932)
    für Stimme, Oboe, Klavier und Percussion
    • Rat Riddles
    • Prayers of Steel
  • Aus: Fünf Lieder (1929)
    für Stimme und Klavier
    • White Moon
    • Sunsets

 

Ben Johnston (1926–2019)
Streichquartett Nr. 4 ("Amazing Grace", 1973)

Hilda Paredes (* 1957)
Homenaje a Remedios Varo (1995/96)
für Ensemble

Sky Macklay (* 1988)
Exponential (2017)
für Saxophon, E-Gitarre, Violine, Klavier, Schlagzeug

Moondog (alias L. T. Hardin, 1916–1999)
bearbeitet für Stimme und Kammerensemble von C. M. Wagner

  • Lament I, "Bird’s Lament"
  • Jazz Book: No. 2
  • All is loneliness

Mitwirkende

Martin Zingsheim, Moderation
Jennifer Panara, Mezzosopran
Christoph Maria Wagner, Dirigent und Gesprächspartner

Evelin Degen, Flöte
Anja Schmiel, Oboe
Joachim Striepens, Klarinette
Wardy Hamburg, Saxophon
Flavio Firzì, E-Gitarre
Michael Pattmann, Schlagzeug
Martin von der Heydt, Klavier
Kalina Kolarova, Violine
Yutaka Shimoda, Violine
Ursina Staub, Viola
Burkart Zeller, Violoncello