Eine Veranstaltungsfolge von Klang Köln e.V. in Zusammenarbeit mit dem  E-MEX-Ensemble und den Kölner Vokalsolisten
Alte Feuerwache in Köln
19.-21. Oktober 2018

Freitag, 19.10.2018, 20 Uhr

Konzert I:             Asien

Eine musikalische Reise in Viviers persönliches, eher imaginiertes als reales Asien. Alle Stücke sind entstanden im Anschluss und unter dem Eindruck seines längeren Asien-Aufenthaltes. Darunter Pulau Dewata, das tatsächliche indonesische Melodien zitiert, und das manische Klavierstück Shiraz, von zwei blinden persischen Sängern inspiriert und dabei eine der größten pianistischen Herausforderungen der gesamten Klavierliteratur. Ergänzt wird das Programm durch eine Bach/Asien-Neuabmischung aus Christoph Maria Wagners remiX-Werkreihe.

Claude Vivier: Paramirabo (1978)  für Flöte, Violine, Violoncello, Klavier
Claude Vivier: Shiraz (1977)  für Klavier solo
Christoph Maria Wagner: remiX XIV (Bach/Asia) (2018) UA  für Flöte, Violine, Violoncello, Klavier
Claude Vivier: Pulau Dewata (1977)

E-MEX-Ensemble:
Martin von der Heydt, Klavier    —    Evelin Degen, Flöte     —   Kalina Kolarova, Violine   —    Burkart Zeller, Violoncello


Samstag, 20.10.2018, 18 Uhr

Konzert II:        Mikrotonal

Viviers Wiederentdeckung der letzten Jahre beruht nicht zuletzt auf seinen Erkundungen der Mikrotonalität seit 1980. Seine im Prinzip konsonante Auffassung von Mikrotonalität ist klanglich von hoher Attraktion. Das Programm enthält das ausschließlich in seiner eigenen Fantasiesprache konzipierte Liebeslied Bouchara, das gleißende, äußerst intensive Sextett Samarkand, das Schlüsselwerk Talea seines Komponistenfreundes Grisey und ein neues Werk des Kölner Komponisten Stefan Thomas, der sich seit vielen Jahren mit mikrotonalen Stimmungssystemen beschäftigt.

Claude Vivier: Bouchara (Chanson d’amour) (1981)
für Sopran, Bläserquintett, Schlagzeug, Streichquintett und Tonband
Claude Vivier: Samarkand (1981)
Gerard Grisey: Talea (1986)
Stefan Thomas: Contrairement (2018) UA

Marlene Mild, Sopran
E-MEX-Ensemble:
Evelin Degen, Flöte  —   Anja Schmiel, Oboe   —  Joachim Striepens, Klarinette   —  Wang Peng-Hui, Fagott   —  György Zsovar, Horn     Kalina Kolarova und Maximilian Haft, Violine  —   Konrad von Coelln, Viola  —   Burkart Zeller, Violoncello  —   Eberhard Maldfeld, Kontrabass   —  Michael Pattmann, Schlagzeug   —  Martin von der Heydt, Klavier  —   Carter Williams, Klangregie
Leitung: Christoph Maria Wagner


Samstag, 20.10.2018, 21 Uhr

Konzert III:      Zeitgenossen

Musik und Gespräche mit Viviers Weggefährten Klarenz Barlow

Neben Werken Viviers, die im Anschluss an sein Studium bei Karlheinz Stockhausen in Köln entstanden sind, erklingen Teile aus dessen Tierkreiszyklus – der ganz sicher Viviers melodisch-formale Konzepte beeinflusst hat – sowie einige exzentrische Werke vom mittlerweile in Santa Barbara (Kalifornien) lehrenden Klarenz Barlow, dessen Ludus ragalis beispielsweise indische Ragas und barocke europäische Polyphonie kombiniert.

Karlheinz Stockhausen: Melodien aus Tierkreis in wechselnden Instrumentationen (auch in der Urfassung für Spieluhr)
Klarenz Barlow: Ludus ragalis (Auszüge)
„…until…“ (Version 7) für Gitarre
Claude Vivier: Pour guitare (1975)
Hymnen der Nacht (1975) für Sopran und Klavier
Pièce pour flute et piano (1975)

Klarenz Barlow im Gespräch mit Christoph Maria Wagner

Klang Köln:
Anna Herbst, Sopran     —    Nangialai Nashir, Gitarre     —     Filine Precht, Flöte    —      Claudia Schott, Klavier     —     Slawomir Olszamowski, Klavier


Sonntag, 21.10.18, 20 Uhr

Konzert IV:      Komm, oh Tod

Ein Konzert mit Lesungen aus Bob Gilmores Vivier-Biographie und aus Briefen Viviers an Therese Desjardins, das das kurze, aber höchst intensive Leben Viviers, seine Lebens-, Liebes- wie Todessehnsucht in mehreren Stationen beleuchtet und vorstellt. Viviers Musik wird in Zusammenhang gestellt mit herausragenden Todes- und Abschiedsmusiken der europäischen Musik, die auch für ihn persönlich von herausragender Bedeutung waren. Hinzu tritt eine Uraufführung des Kölners Ralf Soiron, in der diese seine schon längere Auseinandersetzung mit dem Schaffen Hermann Brochs fortführt.

Claude Vivier: Cinq chansons pour Percussion (1980)
1. Chanson du matin
Jesus, erbarme Dich (1973) für vierstimmigen Chor
Cinq chansons pour Percussion
2. Chanson à midi
Ralf Soiron: Drei Gesänge nach Gedichten von Hermann Broch
für gemischten Chor und zwei Schlagzeuger (2017/18) (UA)
1. Das Überlieferte…
2. Diejenigen, die im kalten Schweiss…
3. Wohin gehen wir…
Claude Vivier: Cinq chansons pour Percussion
3. Chanson au soleil
Richard Wagner/Franz Liszt: Isoldes Liebestod (1859) für Klavier
Claude Vivier: Cinq chansons pour Percussion
4. Chanson à la mort
Claude Vivier: Glaubst Du an die Unsterblichkeit der Seele (1982/83)
für 12 Stimmen, 2 Schlagzeuger, 3 Synthesizer
J.S.Bach: Komm, oh Tod, du Schlafes Bruder (1726)
Claude Vivier: Cinq chansons pour Percussion
5. Chanson d’adieu

Frank Meyer, Sprecher
Carter Williams, Klangregie
Kölner Vokalsolisten
Martin von der Heydt, Klavier und Synthesizer
Joachim Striepens und Burkart Zeller, Synthesizer
Max Riefer, Michael Pattmann und Ralf Kurley, Schlagzeug
Christoph Maria Wagner, Leitung


Jeweils 30 Minuten vor Konzertbeginn, Dauer ca. 18 Minuten

Filmvorführung         L’homme de Pekin (1981/82)

Ein Film von Daniel Dion und Philippe Poloni
Szenario und Hauptdarsteller: Claude Vivier

Ein sehr persönliches Statement des Filmfanatikers Vivier, in dem er selbst auftritt und in gleichermaßen stilisierter wie provokativ offener Form autobiographische Situationen darstellt.

Altersfreigabe: ab 18 Jahre


Karten
1 Konzert 15,- € ermäßigt 10,- €
4 Konzerte 30,- € ermäßigt 20,- €
vorbestellbar unter claudia.schott@klang-koeln.de und an der Abendkasse erhältlich
Der Film ist im Preis des Konzertes inbegriffen.


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Foto: Claude Vivier Montreal 1980 Credit Luc Courchesne Courtesy Fondation Vivier