10. Dezember 2018
21.05-22.49 Uhr
Musik Panorama mit Ingo Dorfmüller

Hören, ohne zu sehen

Aufnahme vom 28.11.2018 in der Kunst-Station Sankt Peter, Köln

—> DLF Sendehinweis


Zygmunt Krauze — Poemat Apollinaire’a
Helmut Lachenmann — temA
Zygmunt Krauze — Quatuor pour la naissance
Marcin Stanczyk — UNSEEN

Agata Zubel, Sopran
E-MEX Ensemble
Christoph Maria Wagner, Musikalische Leitung
Marcin Stanczyk, Klangregie

E-MEX
Evelin Degen, Flöte — Ina Stock, Oboe — Joachim Striepens, Klarinette —  Yoshiki Matsuura, Posaune — Kalina Kolarova, Violine — Karin Nakayama, Violine II — Konrad von Coelln, Viola — Burkart Zeller, Violoncello — Petteri Waris, Akkordeon — Dariusz Trzciński, Drehleier — Michael Pattmann, Schlagzeug — Norbert Krämer, Schlagzeug — Matthias Geuting, verschiedene Tasteninstrumente — Martin von der Heydt, Klavier und verschiedene Tasteninstrumente

Am Mikrofon: Ingo Dorfmüller

,Unseen‘ heißt Marcin Stanczyks neues Stück – es stellt die Konzeption seiner früheren Stücke auf den Kopf. Fügte der junge Pole seiner Musik sonst ein optisches Moment hinzu, so wird es diesmal völlig ausgeschlossen. Das Publikum trägt während der Aufführung Schlafmasken, die die Augen gänzlich abschirmen. So lässt sich erfahren, wie sehr ansonsten das Sehen unsere Hörerfahrung konditioniert. Den Vokalpart des Stücks entwarf Stañczyk für die Sängerin und Performerin Agata Zubel. Die Erweiterung der Musik um räumliche und szenische Dimensionen gehört zu den vielen Dingen, mit denen auch der Komponist Zygmunt Krauze sein Publikum in den 1960er- und 1970er-Jahren bekannt gemacht hat. Als Lehrer hat er mehrere Generationen polnischer Komponisten geprägt. Seine musikalischen Installationen erregten weltweit Aufsehen. Im Konzert, welches das E-MEX Ensemble dem 80. Geburtstag des polnischen Avantgardisten widmet, erklingen zwei charakteristische Werke Krauzes, sowie eine Komposition von Helmut Lachenmann, mit dem Krauze seit Langem befreundet ist.


Foto: Zygmunt Krauze ©Adam Stępień, Gazeta Wyborcza