Hans Eichel, Bundesminister a.D.

Höchst selten, dass sich ein Spitzenensemble für Neue Musik so sehr auf ein Museum der modernen Kunst einlässt wie das E-MEX-Ensemble. Aber darum geht es ja längst nicht allein. Das E-MEX-Ensemble sucht in seinen Konzerten den Dialog, das sich aufeinander Einlassen, das sich wechselseitig Interpretieren moderner Musik und moderner Malerei. Also nicht nur um den Raum, sondern vor allem um die Kunst, die er birgt, geht es. Deshalb: Was für ein Ensemble! Dazu gehört große Offenheit gegenüber anderen Künsten, Offenheit gegenüber allen neuen Entwicklungen in der Musik, Offenheit gegenüber Neuentdeckungen aus früheren Epochen, Offenheit gegenüber anderen Kulturen. Und mehr als Offenheit: Neugier auf das Andere, sich darauf intellektuell und emotional einlassen, es aufspüren, mit allen Sinnen freudig entdecken. Dazu lädt das E-MEX-Ensemble auch gleichgesinnte Ensembles aus anderen Ländern ein, mit denen es intensiven Austausch pflegt. Das weitet das Erlebnis noch einmal.

Aber es geht nicht nur um Auge und Ohr, der Intellekt als mitunter vermittelnde, heranführende Kraft kommt ebenfalls ins Spiel. Man ahnt die intensive konzeptionelle Arbeit hinter dieser Konzertreihe, man erlebt sie in der Einführung, die jedem Konzert vorausgeht. Letztlich geht es um die Zuhörer, angefangen bei den kleinsten. Ihnen will das E-MEX-Ensemble diese Welt öffnen, sie ihnen zugänglich machen. Dabei wünsche ich allen Konzertbesuchern die Erlebnisse, die dieses hochmotivierte Ensemble verspricht. Für dieses Unterfangen habe ich gern die Schirmherrschaft übernommen.

September 2013